Rumänien, du überraschst uns!
Was für ein Monat! Ende August sind wir nach Rumänien eingereist, und inzwischen liegt ein ganzer September hinter uns. Ein Monat mit Bergen und Pässen, winzigen Strassen, Kirchen und Klöstern, Städten und Dörfern, Kühen, Schafen und Pferdekarren – und natürlich mit unserem Chistli mittendrin.
Nach unseren eher durchzogenen Erfahrungen in Ungarn war Rumänien von Anfang an eine ganz andere Hausnummer. Landschaftlich abwechslungsreich, vielerorts noch herrlich ursprünglich und immer wieder mit Plätzen, an denen wir einfach frei stehen und die Natur geniessen konnten.
Über die Transalpina und hinein nach Siebenbürgen
Eines der landschaftlichen Highlights war die Transalpina. Kurven, Berge und fantastische Aussichten – genau die Art von Strassen, für die wir mit unserem rollenden Zuhause unterwegs sind.
Dabei zeigte sich schnell: In Rumänien ist der Weg oft mindestens so spannend wie das Ziel. Kleine Dörfer, Pferdefuhrwerke, Schaf-, Kuh- und Eselherden gehören hier genauso zum Strassenbild wie kleine Verkaufsstände vor den Häusern, an denen verkauft wird, was Garten, Wald und Hof gerade hergeben.
Auch beim Freistehen hatten wir einige wunderbare Plätze: am Bach, an Seen, auf einer Almwiese auf 1410 Metern und manchmal auch einfach irgendwo dort, wo es uns gefiel. Gelegentlich mit tierischem Besuch – Hund, Kühe oder Schafe inklusive.
Alba Iulia, Sibiu und ein halbes Kilo Eis
Natülich durfte auch etwas Stadtluft nicht fehlen. Alba Iulia mit seiner riesigen sternförmigen Festungsanlage war beeindruckend, danach ging es weiter nach Sibiu – Hermannstadt.
Dort standen wir tatsächlich kostenlos in einem grossen Park hinter dem Hilton. So etwas wäre bei uns wohl kaum vorstellbar. Mit dem Bus ging es bequem in die Stadt, die uns ausgesprochen gut gefallen hat.
Kulinarisch lief ebenfalls alles bestens – bis zum Eis. Zwei Portionen bestellt, über die riesigen Kugeln gefreut und erst danach das winzige Schild entdeckt: Abrechnung nach Gewicht!
Ergebnis: ungefähr ein halbes Kilo Eis pro Person und gut 36 Euro ärmer. 🤣
Immerhin war es lecker. Und wieder einmal bestätigt sich: Auch im fortgeschrittenen Alter kann man noch täglich etwas lernen.
Kirchenburgen, Sachsen und Dracula ohne Dracula
Biertan mit seiner mächtigen Kirchenburg brachte uns die Geschichte der Siebenbürger Sachsen näher. Besonders amüsant fanden wir das berühmte „Ehegefängnis“, in dem zerstrittene Ehepaare früher gemeinsam untergebracht wurden, um ihre Ehe doch noch zu retten.
Danach folgten Viscri, Brașov und Sighișoara. Wunderschöne alte Orte, Wehrtürme, Kirchen, Kopfsteinpflaster und viel Geschichte.
Nicht alles, was in jedem Reiseführer als „Muss“ bezeichnet wird, muss allerdings auch für uns ein Muss sein. Schloss Peleș war ein gutes Beispiel: Busse, Menschenmassen und Touristenrummel – wir drehten wieder um.
Das ist inzwischen vielleicht eine unserer wichtigsten Reiseerkenntnisse: Wir müssen nichts abhaken. Wenn es uns nicht gefällt, fahren wir weiter.
240 Meter unter die Erde
Ein völlig anderes Erlebnis war das Salzbergwerk von Slănic Prahova.
Mit dem Bus ging es rund drei Kilometer in den Berg hinein und etwa 240 Meter unter die Erde. Unten öffneten sich riesige Hallen mit teilweise über 50 Metern Höhe. Bei rund 12 Grad, hoher Luftfeuchtigkeit und nur wenigen Besuchern am frühen Morgen konnten wir die gewaltigen Dimensionen in aller Ruhe geniessen.
Danach ging es über den Bratocea-Pass wieder zurück in die Natur – Übernachtung am Bach inklusive.
Strassen nach unserem Geschmack.
Ein echtes Highlight war die Strada Izvor von Tămești Richtung Izvoru Mureșului. Einspurig, kaum breiter als unser Chistli, wunderbar asphaltiert, kurvig, teilweise ordentlich steil und praktisch ohne Verkehr.
Achterbahn auf Rumänisch. 😃
Lacul Roșu und die Bicaz-Schlucht konnten uns dagegen weniger begeistern. Zu viele Verkaufsstände und zu viel Touristenrummel. Also weiter – Rumänien hat schliesslich genügend andere Ecken.
Und die wurden wieder richtig spannend.
Klöster, Berge und „heiliges“ Wasser
Rund um das Rarău-Gebirge wurde es zunehmend ursprünglicher. Klöster liegen hier teilweise weit abseits in den Bergen und die Zufahrt kann durchaus Teil des Erlebnisses sein.
Zum Kloster Sihăstria Rarăului führte uns eine schmale Bergstrasse mit bis zu 16 Prozent Steigung, engen Kurven und einer Höhenbeschränkung von drei Metern. Unser Chistli dürfte etwa 2,90 Meter hoch sein.
Passt! Zumindest theoretisch. 🤣
Oben angekommen wurden wir mit Ruhe, schöner Landschaft und einem kleinen Kloster belohnt. An der Pforte gab es zudem hervorragendes Quellwasser. Wenn das Wasser schon unter dem Schutz der Heiligen steht, kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Also wurde gleich noch der Tank gefüllt.
Über Ciocănești mit seinen wunderschön verzierten Häusern ging es anschliessend hinauf zum Prisloppass.
Willkommen in Maramureș
Dann kam Maramureș – und damit wieder eine völlig andere Seite Rumäniens.
Plötzlich war überall Holz: Holzhäuser, riesige geschnitzte Holztore und natürlich die berühmten Holzkirchen. Vieles wirkt hier noch erstaunlich ursprünglich.
Einer der Höhepunkte war das Kloster Bârsana. Obwohl die Anlage vergleichsweise jung ist, fügt sie sich mit ihren hohen Holzkirchen und Gebäuden wunderbar in die traditionelle Architektur der Region ein.
Und dann erfuhren wir noch, was es mit den Kochtöpfen auf sich hat, die hier vor manchen Häusern an Ästen hängen. Früher wurden sie aus Platzgründen draussen aufbewahrt, später konnten gute Töpfe durchaus auch Wohlstand zeigen. Und angeblich signalisierte ein roter Topf ganz oben sogar, dass im Haus noch eine unverheiratete Tochter lebte.
Dating-App auf Maramureș-Art. 🤣
Der Fröhliche Friedhof
Natürlich durfte auch der „Fröhliche Friedhof“ von Săpânța nicht fehlen.
Die bunt bemalten Grabkreuze erzählen in Bildern und kurzen Texten vom Leben der Verstorbenen – oft erstaunlich offen und mit einer Portion Humor.
Da berichtet ein Verstorbener beispielsweise voller Stolz von seinem Leben als Gendarm und davon, dass seine Frau ihm gehorcht habe.
Ob die Ehefrau dieselbe Version der Geschichte erzählt hätte, steht vermutlich auf einem anderen Kreuz. 😃
Der Friedhof ist jedenfalls weit mehr als nur eine Touristenattraktion. Die Art, wie hier über Leben und Tod erzählt wird, fanden wir faszinierend.
Dampfbahn, Autowäsche und Pfifferlinge
Bei Vișeu de Jos begegneten wir dann noch der berühmten Mocănița, der historischen Waldbahn. Bei einem Spaziergang entlang der Strecke hatten wir Glück und konnten einen der Züge tatsächlich vorbeirattern sehen.
Auch unser Chistli bekam zwischendurch etwas Zuwendung. An einem der vielen rumänischen Car-Wash-Plätze gab es eine gründliche Handwäsche. Danach strahlte er wieder – bereit für die nächste Dreckpiste. 🤣
Die liess natürlich nicht lange auf sich warten.
Noch einmal ging es über den Prisloppass, der uns allerdings auch beim zweiten Mal seine Schönwetterseite verweigerte. Ab Sadova führte uns die Strecke durch die wunderschöne Landschaft der Bukowina mit ihren bewaldeten Bergrücken, Wiesen und kleinen Tälern.
Unterwegs kauften wir gut ein Kilo Pfifferlinge für vier Euro.
Unseren Übernachtungsplatz erkundeten wir diesmal vernünftigerweise zuerst zu Fuss. Danach durfte Chistli ran – inklusive kleiner Bachdurchquerung. Damit war auch gleich die Unterbodenwäsche erledigt.
Praktisch muss man denken. 😃
Zum Monatsabschluss noch einmal grosse Kultur
Am letzten Septembertag standen mit Moldovița und Sucevița zwei der berühmten bemalten Klöster der Moldau auf dem Programm.
Moldovița beeindruckte mit seinen fast 500 Jahre alten Fresken, die nicht nur das Innere, sondern auch die Aussenwände der Kirche bedecken.
Danach führte uns eine wunderschöne kurvige Bergstrecke weiter nach Sucevița. Dieses Kloster beeindruckte uns fast noch mehr. Hinter den mächtigen Mauern liegt eine erstaunlich farbenprächtige Welt mit hervorragend erhaltenen Fresken.
Unverständlich bleibt für uns allerdings, warum Menschen selbst an solchen jahrhundertealten Kulturgütern meinen, ihre Namen oder irgendwelche Kritzeleien hinterlassen zu müssen.
Nach so viel Kultur reichten uns wenige Kilometer bis zu einem ruhigen Freistehplatz. Dort durfte die Sonne über unsere zusätzliche externe Solarzelle wieder etwas Energie in die Batterien schieben.
Von mittelalterlichen Fresken zurück zu Solarstrom – so sieht Reisen mit dem Wohnmobil eben aus. 😃
Unser September-Fazit
Rumänien hat uns in diesem Monat unglaublich viel geboten. Und vielleicht sind es gar nicht die einzelnen Sehenswürdigkeiten, die uns am stärksten in Erinnerung bleiben werden.
Es sind die kleinen Strassen durch die Dörfer. Die Pferdekarren. Ein Hirte mit seinen Schafen. Kühe neben dem Wohnmobil. Wasser aus einer Quelle am Kloster. Ein einsamer Übernachtungsplatz am Bach. Eine Strasse, bei der man sich kurz fragt, ob Chistli wirklich durchpasst. Und die Menschen, denen wir unterwegs begegnet sind.
Natürlich gab es auch Orte, die uns weniger gefallen haben. Touristenrummel brauchen wir weiterhin nicht, und nur weil irgendwo „Must see“ steht, müssen wir noch lange nicht hin.
Genau das ist schliesslich der Luxus unserer Art zu reisen: Wir haben unser Zuhause dabei und können bleiben, wenn es uns gefällt – oder einfach weiterfahren.
Und nach einem ganzen Monat Rumänien können wir sagen:
Es gefällt uns. Sehr sogar. Mal schauen, was der Oktober bringt.
Bilder wie üblich unter Alben. Viel Spass und über Rückmeldungen freuen wir uns immer.
Was für ein Monat! Ende August sind wir nach Rumänien eingereist, und inzwischen liegt ein ganzer September hinter uns. Ein Monat mit Bergen und Pässen, winzigen Strassen, Kirchen und Klöstern, Städten und Dörfern, Kühen, Schafen und Pferdekarren – und natürlich mit unserem Chistli mittendrin.
Nach unseren eher durchzogenen Erfahrungen in Ungarn war Rumänien von Anfang an eine ganz andere Hausnummer. Landschaftlich abwechslungsreich, vielerorts noch herrlich ursprünglich und immer wieder mit Plätzen, an denen wir einfach frei stehen und die Natur geniessen konnten.
Über die Transalpina und hinein nach Siebenbürgen
Eines der landschaftlichen Highlights war die Transalpina. Kurven, Berge und fantastische Aussichten – genau die Art von Strassen, für die wir mit unserem rollenden Zuhause unterwegs sind.
Dabei zeigte sich schnell: In Rumänien ist der Weg oft mindestens so spannend wie das Ziel. Kleine Dörfer, Pferdefuhrwerke, Schaf-, Kuh- und Eselherden gehören hier genauso zum Strassenbild wie kleine Verkaufsstände vor den Häusern, an denen verkauft wird, was Garten, Wald und Hof gerade hergeben.
Auch beim Freistehen hatten wir einige wunderbare Plätze: am Bach, an Seen, auf einer Almwiese auf 1410 Metern und manchmal auch einfach irgendwo dort, wo es uns gefiel. Gelegentlich mit tierischem Besuch – Hund, Kühe oder Schafe inklusive.
Alba Iulia, Sibiu und ein halbes Kilo Eis
Natülich durfte auch etwas Stadtluft nicht fehlen. Alba Iulia mit seiner riesigen sternförmigen Festungsanlage war beeindruckend, danach ging es weiter nach Sibiu – Hermannstadt.
Dort standen wir tatsächlich kostenlos in einem grossen Park hinter dem Hilton. So etwas wäre bei uns wohl kaum vorstellbar. Mit dem Bus ging es bequem in die Stadt, die uns ausgesprochen gut gefallen hat.
Kulinarisch lief ebenfalls alles bestens – bis zum Eis. Zwei Portionen bestellt, über die riesigen Kugeln gefreut und erst danach das winzige Schild entdeckt: Abrechnung nach Gewicht!
Ergebnis: ungefähr ein halbes Kilo Eis pro Person und gut 36 Euro ärmer. 🤣
Immerhin war es lecker. Und wieder einmal bestätigt sich: Auch im fortgeschrittenen Alter kann man noch täglich etwas lernen.
Kirchenburgen, Sachsen und Dracula ohne Dracula
Biertan mit seiner mächtigen Kirchenburg brachte uns die Geschichte der Siebenbürger Sachsen näher. Besonders amüsant fanden wir das berühmte „Ehegefängnis“, in dem zerstrittene Ehepaare früher gemeinsam untergebracht wurden, um ihre Ehe doch noch zu retten.
Danach folgten Viscri, Brașov und Sighișoara. Wunderschöne alte Orte, Wehrtürme, Kirchen, Kopfsteinpflaster und viel Geschichte.
Nicht alles, was in jedem Reiseführer als „Muss“ bezeichnet wird, muss allerdings auch für uns ein Muss sein. Schloss Peleș war ein gutes Beispiel: Busse, Menschenmassen und Touristenrummel – wir drehten wieder um.
Das ist inzwischen vielleicht eine unserer wichtigsten Reiseerkenntnisse: Wir müssen nichts abhaken. Wenn es uns nicht gefällt, fahren wir weiter.
240 Meter unter die Erde
Ein völlig anderes Erlebnis war das Salzbergwerk von Slănic Prahova.
Mit dem Bus ging es rund drei Kilometer in den Berg hinein und etwa 240 Meter unter die Erde. Unten öffneten sich riesige Hallen mit teilweise über 50 Metern Höhe. Bei rund 12 Grad, hoher Luftfeuchtigkeit und nur wenigen Besuchern am frühen Morgen konnten wir die gewaltigen Dimensionen in aller Ruhe geniessen.
Danach ging es über den Bratocea-Pass wieder zurück in die Natur – Übernachtung am Bach inklusive.
Strassen nach unserem Geschmack.
Ein echtes Highlight war die Strada Izvor von Tămești Richtung Izvoru Mureșului. Einspurig, kaum breiter als unser Chistli, wunderbar asphaltiert, kurvig, teilweise ordentlich steil und praktisch ohne Verkehr.
Achterbahn auf Rumänisch. 😃
Lacul Roșu und die Bicaz-Schlucht konnten uns dagegen weniger begeistern. Zu viele Verkaufsstände und zu viel Touristenrummel. Also weiter – Rumänien hat schliesslich genügend andere Ecken.
Und die wurden wieder richtig spannend.
Klöster, Berge und „heiliges“ Wasser
Rund um das Rarău-Gebirge wurde es zunehmend ursprünglicher. Klöster liegen hier teilweise weit abseits in den Bergen und die Zufahrt kann durchaus Teil des Erlebnisses sein.
Zum Kloster Sihăstria Rarăului führte uns eine schmale Bergstrasse mit bis zu 16 Prozent Steigung, engen Kurven und einer Höhenbeschränkung von drei Metern. Unser Chistli dürfte etwa 2,90 Meter hoch sein.
Passt! Zumindest theoretisch. 🤣
Oben angekommen wurden wir mit Ruhe, schöner Landschaft und einem kleinen Kloster belohnt. An der Pforte gab es zudem hervorragendes Quellwasser. Wenn das Wasser schon unter dem Schutz der Heiligen steht, kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Also wurde gleich noch der Tank gefüllt.
Über Ciocănești mit seinen wunderschön verzierten Häusern ging es anschliessend hinauf zum Prisloppass.
Willkommen in Maramureș
Dann kam Maramureș – und damit wieder eine völlig andere Seite Rumäniens.
Plötzlich war überall Holz: Holzhäuser, riesige geschnitzte Holztore und natürlich die berühmten Holzkirchen. Vieles wirkt hier noch erstaunlich ursprünglich.
Einer der Höhepunkte war das Kloster Bârsana. Obwohl die Anlage vergleichsweise jung ist, fügt sie sich mit ihren hohen Holzkirchen und Gebäuden wunderbar in die traditionelle Architektur der Region ein.
Und dann erfuhren wir noch, was es mit den Kochtöpfen auf sich hat, die hier vor manchen Häusern an Ästen hängen. Früher wurden sie aus Platzgründen draussen aufbewahrt, später konnten gute Töpfe durchaus auch Wohlstand zeigen. Und angeblich signalisierte ein roter Topf ganz oben sogar, dass im Haus noch eine unverheiratete Tochter lebte.
Dating-App auf Maramureș-Art. 🤣
Der Fröhliche Friedhof
Natürlich durfte auch der „Fröhliche Friedhof“ von Săpânța nicht fehlen.
Die bunt bemalten Grabkreuze erzählen in Bildern und kurzen Texten vom Leben der Verstorbenen – oft erstaunlich offen und mit einer Portion Humor.
Da berichtet ein Verstorbener beispielsweise voller Stolz von seinem Leben als Gendarm und davon, dass seine Frau ihm gehorcht habe.
Ob die Ehefrau dieselbe Version der Geschichte erzählt hätte, steht vermutlich auf einem anderen Kreuz. 😃
Der Friedhof ist jedenfalls weit mehr als nur eine Touristenattraktion. Die Art, wie hier über Leben und Tod erzählt wird, fanden wir faszinierend.
Dampfbahn, Autowäsche und Pfifferlinge
Bei Vișeu de Jos begegneten wir dann noch der berühmten Mocănița, der historischen Waldbahn. Bei einem Spaziergang entlang der Strecke hatten wir Glück und konnten einen der Züge tatsächlich vorbeirattern sehen.
Auch unser Chistli bekam zwischendurch etwas Zuwendung. An einem der vielen rumänischen Car-Wash-Plätze gab es eine gründliche Handwäsche. Danach strahlte er wieder – bereit für die nächste Dreckpiste. 🤣
Die liess natürlich nicht lange auf sich warten.
Noch einmal ging es über den Prisloppass, der uns allerdings auch beim zweiten Mal seine Schönwetterseite verweigerte. Ab Sadova führte uns die Strecke durch die wunderschöne Landschaft der Bukowina mit ihren bewaldeten Bergrücken, Wiesen und kleinen Tälern.
Unterwegs kauften wir gut ein Kilo Pfifferlinge für vier Euro.
Unseren Übernachtungsplatz erkundeten wir diesmal vernünftigerweise zuerst zu Fuss. Danach durfte Chistli ran – inklusive kleiner Bachdurchquerung. Damit war auch gleich die Unterbodenwäsche erledigt.
Praktisch muss man denken. 😃
Zum Monatsabschluss noch einmal grosse Kultur
Am letzten Septembertag standen mit Moldovița und Sucevița zwei der berühmten bemalten Klöster der Moldau auf dem Programm.
Moldovița beeindruckte mit seinen fast 500 Jahre alten Fresken, die nicht nur das Innere, sondern auch die Aussenwände der Kirche bedecken.
Danach führte uns eine wunderschöne kurvige Bergstrecke weiter nach Sucevița. Dieses Kloster beeindruckte uns fast noch mehr. Hinter den mächtigen Mauern liegt eine erstaunlich farbenprächtige Welt mit hervorragend erhaltenen Fresken.
Unverständlich bleibt für uns allerdings, warum Menschen selbst an solchen jahrhundertealten Kulturgütern meinen, ihre Namen oder irgendwelche Kritzeleien hinterlassen zu müssen.
Nach so viel Kultur reichten uns wenige Kilometer bis zu einem ruhigen Freistehplatz. Dort durfte die Sonne über unsere zusätzliche externe Solarzelle wieder etwas Energie in die Batterien schieben.
Von mittelalterlichen Fresken zurück zu Solarstrom – so sieht Reisen mit dem Wohnmobil eben aus. 😃
Unser September-Fazit
Rumänien hat uns in diesem Monat unglaublich viel geboten. Und vielleicht sind es gar nicht die einzelnen Sehenswürdigkeiten, die uns am stärksten in Erinnerung bleiben werden.
Es sind die kleinen Strassen durch die Dörfer. Die Pferdekarren. Ein Hirte mit seinen Schafen. Kühe neben dem Wohnmobil. Wasser aus einer Quelle am Kloster. Ein einsamer Übernachtungsplatz am Bach. Eine Strasse, bei der man sich kurz fragt, ob Chistli wirklich durchpasst. Und die Menschen, denen wir unterwegs begegnet sind.
Natürlich gab es auch Orte, die uns weniger gefallen haben. Touristenrummel brauchen wir weiterhin nicht, und nur weil irgendwo „Must see“ steht, müssen wir noch lange nicht hin.
Genau das ist schliesslich der Luxus unserer Art zu reisen: Wir haben unser Zuhause dabei und können bleiben, wenn es uns gefällt – oder einfach weiterfahren.
Und nach einem ganzen Monat Rumänien können wir sagen:
Es gefällt uns. Sehr sogar. Mal schauen, was der Oktober bringt.
Bilder wie üblich unter Alben. Viel Spass und über Rückmeldungen freuen wir uns immer.